Der Kaktusgarten auf Lanzarote

Neben der eindrucksvollen Vulkangrotte Jameos del Agua oder dem Nationalpark der Vulkane Timanfaya kommen die weiteren Zentren für Kunst, Kultur und Tourismus der Inselregierung leider manchmal etwas in Vergessenheit. Dabei haben auch diese viel zu bieten und es gibt viel zu entdecken. Heute möchte ich Ihnen den Jardín de Cactus – den Kaktusgarten auf Lanzarote – einmal näher vorstellen.

Monumente aus Lava im Kaktusgarten auf Lanzarote
Monumente aus Lava im Kaktusgarten

Den Platz für den Kaktusgarten fand Manrique Berichten zufolge Ende der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts, bei Rundfahrten auf der Suche nach authentischer Architektur auf der Insel. Wo andere einen Steinbruch, eine Grube mit einer Windmühle und ein paar Felsen sahen, konnte das kreative Auge von Manrique im Geiste schon Monumente aus Lava sehen und Terrassen mit den unterschiedlichsten Kakteen. Er sah ein „pflanzliches Amphitheater, das aus den Felsen entspringt.“

Das der Kaktusgarten auf Lanzarote in Guatiza entstand ist auch kein Zufall. Der Ort war und ist bekannt für riesige Plantagen von Kakteen, die hier zur Zucht der Cochinilleläusen angepflanzt wurden. Aus den zerdrückten Läusen wurde und wird teilweise noch der überaus wertvolle natürliche Farbstoff Karmin gewonnen. Heute gibt es ein Zentrum im Ort Guatiza, welches über die Zeit der Cochinellenzucht ausführlich berichtet.

Nach vielen Jahren harter Arbeit – die Gestaltung begann bereits im Jahr 1977 – wurde 1990 der Kaktusgarten endlich eingeweiht. Er ist das letzte große Werk, das Manrique auf Lanzarote verwirklichte. Neben hunderten von unterschiedlichen Kakteen, die im Zentrum des Gartens und auf den umliegenden Terrassen gepflanzt wurden, kann man im Kaktusgarten auch eine restaurierte Windmühle besichtigen, sich im Café-Restaurant stärken oder im Souvenirgeschäft Erinnerungen erstehen.

Landschaftliches Erkennungsmerkmale ist der riesige grüne Kaktus, den man schon von weitem am Straßenrand auftauchen sieht. Erst beim Näherkommen erkennt man, dass es sich in Wirklichkeit um eine riesige Metallskulptur eines Kaktus handelt.

Kassenhäuschen Kaktusgarten auf Lanzarote
Kassenhäuschen Kaktusgarten

Hat man den Eintritt entrichtet geht es zuerst durch eine abgerundete Formation aus Steinwänden. Verlässt man diese entfaltet sich vor einem plötzlich der Rundblick auf den Kaktusgarten. So wird der erste Blick auf den Garten zu einer kleinen Überraschung. Die Terassen und Gänge in der Basis laden dazu ein, in Ruhe durch den Garten zu flanieren und die vielen so unterschiedlichen Kakteen zu bestaunen.

Neben großen Lava-Steinformationen lockern auch verschiedene Wasserflächen den Garten auf. Am hinteren Ende des Jardín de Cactus findet man links das Café-Restaurant und rechts den Souvenirshop. Über die Restaurantebene kann man zur Mühle aufsteigen, die imposant am Hang des Kaktusgarten steht. Oben aus der Mühle bietet sich erneut eine tolle Aussicht über die gesamte Installation. Im Inneren der Mühle sieht der Besucher alte Mühlwerke, mit denen früher der Mais gemahlen wurde um daraus das traditionelle Gofio herzustellen.

Die Mühle im Kaktusgarten
Die Mühle im Kaktusgarten

Mein Tipp für den Besuchs des Kaktusgarten auf Lanzarote ist, auf Details zu achten. Nehmen Sie sich Zeit und achten Sie einmal darauf, wie viele architektonische Details – vom Eingangstor bis zu den stacheligen Lampen – speziell für diesen Garten gestaltet wurden. Und auch die Kakteen haben optisch viel zu bieten. Viele Fotografen nutzen den Kaktusgarten als Übungsgelände für tolle Makroaufnahmen.

Die Toiletten des Kaktusgarten sind übrigens – genau wie bei allen Installationen Manriques – immer einen Besuch wert.

Die Kakteen des Gartens stammen von allen fünf Kontinenten. Außergewöhnlich interessante Exemplare wurden auch von weit her eingeflogen, um sie im Kaktusgarten dem Publikum zu präsentieren.

Ich hoffe dieser Text hat Ihr Interesse geweckt, den Kaktusgarten auf Lanzarote zu besuchen. Es handelt sich um ein lebendes Kunstwerk, welches je nach Jahreszeit ein anderes Gesicht zeigt und sich dazu Jahr für Jahr verändert.

Im Rahmen unseres César Manrique Ausflugs ist ein Besuch im Kaktusgarten auf Lanzarote inklusive.

Bei einem Besuch in der Stadtbibliothek in Arrecife habe ich unlänsgt ein überaus interessantes Buch gefunden: „Lanzarote – Jardín de Cactus – Apuntes del Jardinero“.

Lanzarote - Jardín de Cactus - Apuntes del Jardinero
„Lanzarote – Jardín de Cactus – Apuntes del Jardinero“.

In diesem bemerkenswerten Buch hat Guillermo Perdomo Perdomo, einer der verantwortlichen Gärtner des Kaktusgartens, sämtliche vorhandene Kakteenarten aufgelistet. Zusätzlich gibt es viele interessante Informationen über Kakteen, Lanzarote sowie Feldbau und Gärten auf der Insel. Das Buch wurde im Jahr 1999 von der Inselregierung veröffentlicht und ist mein Tipp für echte Liebhaber des Kaktusgartens.

INFORMATION

Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 17:45 Uhr (15.7.-15.9. schon ab 9 Uhr)

Eintritt: Erwachsene 6,50€ – Kinder (ab 7 Jahren) 3,25 € – Residente Lanzarote 1€

Empfohlene Besuchsdauer: 1 Stunde

Offizielle Webseite des Kaktusgartens

Kostenloser Parkplatz vorhanden.

Fotos: Papoulas, Dorndorf

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